Suche

Weltlesebhne

Leipzig | 30. September 2015 | 13 Uhr – 14.30 Uhr
GLÄSERNER ÜBERSETZER

Pinguinisch auf Deutsch
Lisa Kögeböhn und Maria Hummitzsch – aus dem Englischen: The Penguin Lessons von Tom Michell
Moderation: Roberta Gado

Ein junger Engländer reist nach Südamerika, um dort an einem Internat zu unterrichten und mit dem Motorrad auf Entdeckungsreise zu gehen. Doch dann rettet er einem ölverschmierten Pinguin das Leben, der ihm von da an nicht mehr von der Seite weicht. »The Penguin Lessons« / »Der Pinguin meines Lebens« erzählt humorvoll und berührend die wahre Geschichte einer sehr besonderen Erfahrung.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek

Ort: Deutsche Nationalbibliothek, Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig
Eintritt frei


Leipzig | 30. September 2015 | 16 – 17.30 Uhr
ÜBERSETZUNGSWORKSHOP FÜR SCHÜLER

Brigitte Jakobeit – aus dem Englischen: The Boy in the Striped Pyjamas von John Boyne
Moderation: Roberta Gado

»Der Junge mit dem gestreiften Pyjama« wurde von John Boyne auf Englisch geschrieben. Trotzdem können wir das Buch heute auf Deutsch lesen, denn Brigitte Jakobeit hat den Text ins Deutsche übertragen. Aber wie geht das konkret? Übersetzt man Literatur anders als Texte in der Schule? Und verändert die Übersetzung das Buch? Die Übersetzerin steht allen Schülern, die Lust zum Mitmachen haben, Rede und Antwort. Gemeinsam werdet ihr den Text, der auf einem großen Bildschirm steht, ins Deutsche übersetzen und diskutieren, wie man es am besten macht.

In Zusammenarbeit mit der Kinder- und JugendKulturWerkstatt JOJO der Stadt Leipzig

Ort: Kinder- und JugendKulturWerkstatt JOJO der Stadt Leipzig, Riebeckstraße 51 a Hofeingang - 3. OG, 04317 Leipzig

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung erbeten bis zum 15.09.2015 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Leipzig | 13. März 2015 | 17.00 - 18.00 Uhr
VON JACK-IN-THE-BOX ZUM SPRINGTEUFEL
Übersetzen für junge Leser

Podiumsgäste: Bettina Bach, Leila Chammaa, Karen Nölle
Ort: Leipziger Buchmesse
Forum International mit Übersetzerzentrum (Halle 4)

Bettina Bach, Leila Chammaa und Karen Nölle übersetzen alle drei Literatur für Jugendliche, aber auch für Erwachsene. Was zeichnet das Übersetzen von Jugendliteratur aus? Treffen wir andere Entscheidungen, als wenn wir es mit Büchern für Erwachsene zu tun haben?

 Bettina Bach stellt einen niederländischen Roman vor, in dem die 11-jährige Olivia ihre Mutter verliert und für ihren Vater sorgen muss, ohne die eigene Trauer aus den Augen zu verlieren (Jowi Schmitz, "Olivia - manchmal kommt das Glück von ganz allein"). 

Leila Chammaa stellt ein arabisches Buch aus dem Libanon vor, in dem ein Ballonverkäufer bei einer Explosion sein Herz verliert und sich mit einem tauben Jungen anfreundet (Nadine Touma, "Das Herz der Stadt", mit Illustrationen von Ghassan Halwani).
Karen Nölle stellt einen australischen Roman vor, in dem ein 15-jähriges Mädchen namens Tom, das bei einer Flut ihre gesamte Familie verloren hat, ihr Leben in die Hand nimmt (Diana Sweeney, "Am tiefen Grund").

Alle drei Bücher behandeln das ernste Thema eines schweren Verlusts, und alle drei gehen auf poetische, humorvolle, lebensbejahende Weise damit um. Ist vielleicht gerade das typisch für Jugendliteratur, und was bedeutet es für die Übersetzung?

Zu den Teilnehmerinnen:
Bettina Bach übersetzt seit 2002 Literatur für Jugendliche und Erwachsene aus dem Französischen (Didier Decoin, Philippe Pozzo di Borgo) und Niederländischen (Benny Lindelauf, Arjan Visser, Tommy Wieringa); für ihre Übersetzung von Arjan Vissers "Hotel Linda", erschienen unter dem Titel "Der blaue Vogel kehrt zurück" im Februar 2014 bei dtv, hat sie soeben den Else Otten Übersetzerpreis erhalten.
Leila Chammaa übersetzt seit 1990 arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren auch mit Begeisterung Lyrik. Zudem ist sie als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Institutionen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig.
Karen Nölle übersetzt seit vielen Jahren aus dem Englischen unter anderem Autorinnen wie Paula Fox, Janet Frame, Doris Lessing, Alice Munro und Eudora Welty. Nebenbei ist sie freie Lektorin und Autorin von Reisebüchern und seit 2010 verantwortlich für das Programm des Verlags edition fünf.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne in Zusammenarbeit mit dem Übersetzerzentrum der Leipziger Buchmesse. Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.

Leipzig | 14. März 2015 | 13.00 - 14.00 Uhr
GLÄSERNER ÜBERSETZER

Gundula Schiffer übersetzt öffentlich aus dem Hebräischen:
"Avedot. Mukdasch le-Antonia" von Lea Goldberg

Ort: Leipziger Buchmesse,
Forum International mit Übersetzerzentrum (Halle 4)

 Lea Goldberg (1911 in Königsberg – 1970 in Jerusalem) gilt als eine der bedeutendsten Dichterinnen hebräischer Sprache, die auch als Übersetzerin, vor allem russischer und italienischer Literatur, wirkte. 1935, unmittelbar nach ihrer Ankunft im Mandatsgebiet Palästina und unter dem Eindruck ihrer Studienjahre in Deutschland, begann sie mit der Arbeit an Avedot (dt.: Verluste. Antonia gewidmet). Doch in Israel erschien der Roman erst posthum 2010 – Goldberg hatte zu Lebzeiten nur Auszüge in Zeitschriften veröffentlicht und sich schließlich gegen eine Publikation entschieden, wohl weil sie ihre düsteren Vorahnungen übertroffen und den zionistischen Zeitgeist anders gestimmt sah.

Avedot/Verluste ist der Roman einer Selbstvergewisserung. Er spielt in Berlin in den Jahren 1932-1933: Der aus Russland stammende, hebräische Dichter Elchanan Jehuda Kron, der sich soeben von Kibbuz und Ehefrau Lili getrennt hat, forscht in Berlin über arabische Mystik. Während einer Eisenbahnfahrt begegnet er der Archäologiestudentin Antonia Dieterle und verliebt sich in sie. Wenig später verliert er die Handschrift eines Gedichts aus seinem Zyklus "Die Gottesflucht", das später gegen ihn verwendet wird. Kron ist ein ruheloser Künstler, der vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Machtergreifung das Gespräch mit verschiedenen jüdischen wie christlichen Intellektuellen sucht. Kron fragt nach seiner jüdischen Identität, seiner Heimat und seiner Berufung als Schriftsteller in der hebräischen, "heiligen" Sprache, die erst auf dem Wege ist, zu einer umfassend säkularen Alltagssprache zu werden. Als zwei Orientalisten das wiedergefundene Gedicht als angeblich antichristlichen Text brandmarken, kehrt Kron "nach Hause", nach Erez Israel zurück. Bevor er Berlin verlässt, widmet er Antonia seinen Gedichtzyklus.

Gundula Schiffer, geb. 1980, studierte u.a. Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in München. Widmete sich anschließend der hebräischen Sprache und Literatur in München, Düsseldorf, Köln und an der Hebräischen Universität in Jerusalem. 2010 Promotion über die Poesie der Psalmen in der Übersetzung von Moses Mendelssohn. Heute lebt sie in Köln und übersetzt aus dem Hebräischen, Französischen und Englischen, bisher vor allem Lyrik (u.a. auch von Lea Goldberg) und Theaterstücke, aber auch Filmdialoge, Kinder- und Jugendliteratur sowie Graphic Novels.
Die Schwierigkeit der Übersetzung von Avedot/Verluste, einem modernistischen Großstadttext auf dem Fundament biblisch-hebräischer Sprache, liegt darin, die archaische Kantigkeit des Textes so zu gestalten, dass sich für das Deutsche ein stilistischer Mehrwert ergibt. Denn Parataxe, begrenzter Wortschatz sowie orientalische Dopplungen verleihen dem Roman die typisch biblische Wucht und zugleich Einfachheit.
Gundula Schiffers Arbeit an der Übersetzung von Avedot wird gefördert durch das erste Nachwuchsstipendium der Kunststiftung NRW. Auf Deutsch erscheint der Roman im Herbst 2015 im Arco Verlag.

 Eine Veranstaltung der Weltlesebühne in Zusammenarbeit mit dem Übersetzerzentrum der Leipziger Buchmesse. Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung. 

oben