Köln | 26. November 2008 | 20 Uhr
In der Reihe ÜBERSETZER PACKEN AUS
Alter Wein in neuen Schläuchen: Neuübersetzungen
Matthias Jendis im Gespräch mit Kristian Lutze
Ort: Buchhandlung Kaiser,
Dürener Str. 202, 50931 Köln
Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro
„Jede Neuübersetzung ist eine Nachübersetzung, deren Berechtigung der Übersetzer durch seine Arbeit ausweisen muss“, schrieb Felix Philipp Ingold im September 2007 in der Neuen Zürcher Zeitung. „Entweder geht es darum, bereits vorliegende Übersetzungen philologisch auf Fehler oder Auslassungen im Text zu überprüfen, sie also zu revidieren, oder es besteht das Bedürfnis nach weitergehender stilistischer Bereinigung beziehungsweise nach Anpassung eingedeutschter Vorlagen an zeitgenössische Lektüreerwartungen.“ Also Fehlerkorrektur oder Modernisierung.
Aber ist das wirklich alles? Der Göttinger Anglist und Übersetzer Matthias Jendis hat vor einigen Jahren eine moderne Neuübersetzung von Melvilles Moby Dick vorgelegt. Was bedeutet es in der Praxis für einen Übersetzer, dem Werk treu zu sein?
Jendis hat aber nicht nur Herman Melville, sondern auch Patricia Highsmith neu übersetzt und arbeitet derzeit an einer neuen Fassung des Portrait of the Artist as a Young Man von James Joyce. Er wird vorgestellt von seinem Kölner Kollegen Kristian Lutze, der sich mit seinen Übertragungen von (Auto-)Biographien diverser Musiker sowie Romanen so bekannter Autoren wie Martin Cruz-Smith und Robert Wilson einen Namen gemacht hat.
Im Gespräch miteinander und mit dem Publikum werden die beiden Kollegen sich der Frage widmen, wozu Neuübersetzungen gut sind, was ihre Qualität ausmacht und wie weit dabei die Freiheit des Übersetzers gehen darf.
Ort: Buchhandlung Kaiser, Dürener Str. 202, 50931 Köln
Eintritt 7,-- Euro / 5,-- Euro ermäßigt
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Kaiser, gefördert durch die Stadt Köln.
Organisation: Ilja Braun
Weiterführende Informationen:
Felix Philipp Ingold zu Neuübersetzungen in der NZZ >>
Christa Schuenke: Erwiderung auf Ingold im Perlentaucher >>
Wiebke Blanck: Portrait Matthias Jendis >>
Köln | 29. April 2008 | 20 Uhr
In der Reihe ÜBERSETZER PACKEN AUS
Mehr als Märchenwelten
Übersetzungen aus dem Arabischen
Mit Hartmut Fähndrich (Bern) und Stefan Weidner (Köln)
Buchhandlung Kaiser,
Dürener Str. 202, 50931 Köln
Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro
Arabische Gegenwartsliteratur unter die Leute zu bringen, ist aller Globalisierung zum Trotz keine leichte Aufgabe. Ausschlaggebend für den Publikumserfolg von Autoren aus dem arabischen Kulturraum ist häufig, dass ihr Schreiben etwas Exotisches, Rätselhaftes und Bezauberndes an sich hat. Das Bild des Orients, das die Märchen aus 1001 Nacht vermitteln, sagt allerdings mehr über westliche Leseerwartungen als über die heutige, lebendige Literatur des arabischen Sprachraums aus. Auch angesichts politischer Konflikte des Westens mit der islamisch geprägten Welt hat diese Literatur es besonders schwer, unvoreingenommen rezipiert zu werden.
Als Übersetzer machen Hartmut Fähndrich (Bern) und Stefan Weidner (Köln) einem deutschen Publikum solche Begegnungen möglich. Hartmut Fähndrich hat seit den achtziger Jahren mehr als vierzig Bücher aus dem Arabischen übertragen, so auch den Roman "Die Puppe" von Ibrahim al-Koni, in dem der Autor das Leben der Tuareg-Nomaden aus der Sahara-Wüste schildert. Stefan Weidner hat arabische Lyrik übersetzt und arbeitet derzeit unter anderem an einer Neuübertragung des Koran. Beide sind für nicht nur für ihre übersetzerische Arbeit vielfach ausgezeichnet worden, sondern haben sich auch als Autoren und Herausgeber einen Namen gemacht.
An diesem Abend werden Stefan Weidner und Hartmut Fähndrich aus Texten verschiedener arabischer Autoren vorlesen. Zudem sprechen sie miteinander und mit dem Publikum darüber, wie ihre Arbeit als Übersetzer und Literaturvermittler aussieht.
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Kaiser,
gefördert durch die Stadt Köln.
Organisation: Ilja Braun