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Weltlesebhne

Köln │13. Dezember 2013 │20.00 Uhr
IST KULTUR ÜBERSETZBAR?
Der Autor Michael Lentz diskutiert mit den Übersetzerinnen Sophie Herr (Französisch) und Hu Wei (Chinesisch).
Moderation: Rosemarie Tietze

Ort: Rautenstrauch-Joest-Museum
Cäcilienstr. 29-33, 50667 Köln
Eintritt 4,00 Euro

Übersetzer schmunzeln natürlich, wenn sie diesen Titel lesen. Arbeiten sie doch tagtäglich daran, die Frage überflüssig werden zu lassen. Als Praktiker der Sprache interessieren uns ohnehin eher die spannenden Details: Was passiert, wenn eine lautlich und rhythmisch, lexikalisch und syntaktisch so eigenwillig gestaltete Literatur wie die von Michael Lentz in fremden Sprachen erscheint? Wie verändert sich die Stimme des Autors? Wohin bewegt sich die Prosa, wo landet die Lyrik?

Michael Lentz, ist Lautpoet, Schriftsteller, Essayist und Literaturwissenschaftler; Professor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein schriftstellerisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2001 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen Text „Muttersterben". Zuletzt erschien „Atem Ordnung Abgrund. Frankfurter Poetikvorlesungen" (2013).

Sophie Herr, Kunstwissenschaftlerin und Literaturübersetzerin; seit 2012 Stipendiatin des Graduierten-kollegs InterArt der Freien Universität Berlin, wo sie an ihrer Dissertation arbeitet - Arbeitstitel: „Die Stimmen im Stummfilm". Sophie Herr hat Werke von Elfriede Jelinek und Charlotte Roche übersetzt; 2011 kam in ihrem Französisch „Mourir de mère" heraus, „Muttersterben" von Michael Lentz.
Hu Wei studierte Germanistik, Sinologie und Kunstgeschichte in Peking und München; seit 2010 Associate Professor für Neuere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Peking Universität. 2013-2014 Fellow am Internationalen Kolleg Morphomata an der Universität zu Köln. Übersetzerin von Thomas Mann, Walter Benjamin, Stefan Zweig und Ilija Trojanow ins Chinesische.

Rosemarie Tietze übersetzt aus dem Russischen (Bitow, Nabokov, Tolstoi u.a.) und leitet Seminare zur Fortbildung von Literaturübersetzern. 2012/2013 hatte sie die August Wilhelm von Schlegel-Gast- professur für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin inne. Für ihre Übersetzungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. 2010 mit dem Paul-Celan-Preis für die Übersetzung von Tolstois Anna Karenina.

Eine Veranstaltung des Internationalen Kollegs Morphomata der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit der Weltlesebühne.

Köln │16. Juni 2013 │11 Uhr
VOM ÜBERSETZEN UND NEUÜBERSETZEN
Frank Heibert, Alexander Nitzberg und Claudia Ott im Gespräch mit Hinrich Schmidt-Henkel

Literaturhaus Köln
Schönhauser Str. 8, 50968 Köln
Eintritt 8 /6 /4 Euro

Seit sich mit dem Turmbau von Babel die Welt in viele Sprachräume aufgeteilt hat, tun wir uns schwer mit dem Verstehen untereinander und von fremder Literatur. Übersetzer helfen uns dabei: Sie vollziehen für uns einen Prozess der Nach- und Neuschöpfung. In den letzten Jahren haben wir es nun immer häufiger mit Neuübersetzungen von Klassikern der Weltliteratur zu tun. Wie kommt es dazu, und ist das denn notwendig?

 

Hierüber diskutieren unter der Leitung von Hinrich Schmidt-Henkel (Übersetzer aus dem Norwegischen, Französischen und Italienischen) namhafte Übersetzerinnen und Übersetzer: Frank Heibert, der zur Zeit mit einer Neuübersetzung von William Faulkners "The Sound and the Fury" befasst ist, Alexander Nitzberg, mit Bulgakows »Der Meister und Margarita« für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert, sowie Claudia Ott, die u. a. »Tausendundeine Nacht« neu übersetzt hat.

Frank Heibert, geboren 1960, lebt in Berlin. Er promovierte über das Wortspiel und seine Übersetzung am Beispiel des "Ulysses" von James Joyce und arbeitet seit 1983 als mehrfach preisgekrönter Literatur- und Theaterübersetzer aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen.

Alexander Nitzberg, wurde 1969 in einer Künstlerfamilie in Moskau geboren. 1980 reiste er nach Deutschland aus. Er studierte Germanistik und Philosophie in Düsseldorf und lebt nun als freier Schriftsteller, Übersetzer aus dem Russischen, Publizist, Librettist und Rezitator in Wien. Für seine Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet.

Claudia Ott, geboren 1968, studierte Islamwissenschaft, Arabistik, Iranistik und andere orientalistische Fächer in Jerusalem und Tübingen. Sie trat zuerst als Lyrikübersetzerin mit palästinensischen und irakischen Gedichten an die Öffentlichkeit. 2004 erschien im Verlag C.H.Beck ihre Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht, für die sie 2011 den Stuttgarter Johann Friedrich von Cotta-Literatur- und Übersetzerpreis erhielt. Derzeit arbeitet Claudia Ott an einer Fortsetzung der Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht nach den ältesten arabischen Handschriften.

Hinrich Schmidt-Henkel, geboren 1959, lebt in Berlin. Seit 1987 literarischer Übersetzer aus dem Französischen, Norwegischen, Italienischen, Dänischen. Daneben Tätigkeit als Moderator literarischer Veranstaltungen, als Sprecher, Fernsehautor (Kulturmagazin "Karambolage" auf Arte), als Referent bei und Leiter von Übersetzerseminaren. Seit September 2008 im Ehrenamt 1. Vorsitzender des Verbandes der Literaturübersetzer VdÜ.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne Köln e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus Köln e.V. und der Kunststiftung NRW.

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