Weltlesebühne e.V.
Politische Literatur heute

Frank Heibert stellt seine Übersetzungen von George Saunders vor.

Auf die hedonistischen, „das Ende der Geschichte“ verkündenden 1990er Jahre folgte mit 9/11 die erste von vielen „Zeitenwenden“, das neue Jahrtausend ist zunehmend von politischen Umbrüchen schleichender oder abrupter Art geprägt. Seit Populisten in vielen Ländern an die Macht kamen, verändern sich Diskurse und Debatten. Was kann Literatur, zumal US-amerikanische Literatur, in unseren unruhigen, zuweilen verrückten Zeiten erzählen? Der vielfach preisgekrönte George Saunders hat schon immer engagiert, berührend und witzig über Menschen und die Gesellschaft geschrieben. Seit seinem ersten Erzählband 1996 spielt er virtuos auf der Klaviatur von politischer Satire und Dystopie und betrachtet seine Figuren mit liebevollem, menschenfreundlichem Humor; außerdem ist sein Stil durch hochkreative Sprachspiele geprägt. Die Lage ist ernst, und doch schwingt bei Saunders immer auch Hoffnung mit. Seine deutsche Stimme Frank Heibert liest und kommentiert Auszüge aus mehreren Werken und eröffnet Einblicke in die Übersetzerwerkstatt. Thematisch passend kommt auch George Orwells „1984“, das er 1921 neu übersetzte, zur Sprache.

Biogramme des Auftretenden (des Übersetzers):

Frank Heibert, 1960 in Essen geboren, lebt als Literatur- und Theaterübersetzer mit seinem Mann Hinrich Schmidt-Henkel in Berlin. Er hat aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen ca. 120 Prosawerke und 120 Theaterstücke übersetzt, u. a. von Don DeLillo, Richard Ford, Boris Vian, Raymond Queneau, Yasmina Reza, Curzio Malaparte. Außerdem Dozent, Autor (Roman, Essays), Kritiker, Moderator, Jazzsänger. Diverse Übersetzungspreise.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e. V. in Kooperation mit der Buchhandlung Thaer. Gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds.

Berlin
1. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Veranstaltungsort

Buchhandlung Thaer,
Bundesallee 77,
12161 Berlin

Eintritt

8 Euro, ermäßigt 5 Euro