Gespräch mit Karin Betz, Liu Ka-shiang und Stephan Thome
Reisen eröffnet neue Perspektiven auf einen Ort. Literatur und Übersetzung ermöglichen es, diese Erfahrungen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg weiterzugeben. Die Autoren Liu Ka-shiang und Stephan Thome sowie die Übersetzerin Karin Betz sprechen aus unterschiedlichen Perspektiven über Taiwan: über Reisen und Unterwegssein, über das Leben vor Ort und darüber, wie Landschaften, Menschen und Geschichte Eingang in die Literatur finden. Ausgehend von ihrer Übersetzung von Yang Shuang-zis Das Taiwan-Tagebuch 臺灣漫遊錄 und Sanmaos Geschichten aus der Sahara 撒哈拉歲月gibt Karin Betz zudem Einblicke in die Frage, wie sich taiwanische Sprache, Kultur und Alltagserfahrungen ins Deutsche übertragen lassen.
Gemeinsam gehen die drei Gäste der Frage nach, wie wir einen Ort wahrnehmen und literarisch erzählen – und wie Übersetzung lokale Erfahrungen für Leserinnen und Leser in einem anderen kulturellen Kontext zugänglich machen kann.
Liu Ka-shiang, geboren 1957 in Taichung, ist Schriftsteller, Lyriker und Naturbeobachter. Im Zentrum seines vielseitigen Werks stehen Natur, Ökologie, Reisen und lokale Lebenswelten Taiwans. Auf Wanderungen, bei der Erkundung historischer Wege und durch genaue Alltagsbeobachtungen beschäftigt er sich mit Landschaften, Menschen und Geschichten der Insel. Er schreibt Lyrik, Essays, Romane und Reportagen und wurde für sein literarisches Werk mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Stephan Thome, deutscher Schriftsteller, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Taiwan. Sein Debütroman Grenzgang erhielt 2009 den Aspekte-Literaturpreis und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises; auch Fliehkräfte wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zu seinen weiteren Werken zählen Gegenspiel, Gott der Barbaren und Pflaumenregen. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich unter anderem mit Geschichte, kultureller Identität und Erfahrungen zwischen unterschiedlichen Lebenswelten.
Karin Betz ist Übersetzerin und Kulturvermittlerin. Sie studierte Sinologie, Philosophie, Politik und Literatur in Frankfurt, Chengdu und Tokio. Sie übersetzt chinesisch- und englischsprachige Literatur, u.a. Mo Yan, Liu Cixin, Liao Yiwu, Xi Xi und Jin Yong. Zu ihren Übersetzungen taiwanischer Literatur gehören Yang Shuang-zis Das Taiwan-Tagebuch und der moderne Klassiker Geschichten aus der Sahara von Sanmao. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2024.
Eine Veranstaltung der Taipeh-Vertretung Deutschland in Kooperation mit dem DuMont-Verlag und der Weltlesebühne e.V., gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e.V.

Kultursaal, Taipeh-Vertretung am Gendarmenmarkt
Markgrafenstraße 35
10117 Berlin
frei